Wenn Hitze teuer wird: Die Börsenchance mit Klimaanlagen
- Harry Büsser
- 15. Juli
- 8 Min. Lesezeit
Klimaanlagen galten in Europa lange als Luxus. Doch Hitzewellen verändern den Blick auf Kühlung. Wenn Hitze Schlaf, Arbeit und Lernen verschlechtert – und gleichzeitig KI-Rechenzentren enorme Wärmemengen produzieren –, wird Kühlung zur wirtschaftlichen Infrastruktur. Für Anlegerinnen und Anleger eröffnet das Chancen. Aber nicht jede Klimaanlagenaktie ist automatisch ein gutes Investment.

Als die erste grosse Hitzewelle dieses Sommers kam, habe ich selbst eine Klimaanlage gekauft: eine Midea PortaSplit. Das Gerät muss nicht fest eingebaut werden, kühlt aber deutlich stärker als viele klassische mobile Monoblockgeräte. Der Kauf war zuerst keine Anlageanalyse, sondern eine praktische Reaktion auf die Hitze. Doch wenige Wochen später war genau dieses Modell in der Schweiz kaum mehr erhältlich.
Solche Alltagserfahrungen sind an der Börse kein Beweis. Aber manchmal zeigen sie früh, dass sich ein Markt verändert. Klimatisierung könnte in Europa vor genau so einem Wandel stehen.
Europa steht erst am Anfang
In den USA ist eine Klimaanlage in vielen Regionen so selbstverständlich wie eine Heizung. In Europa ist das (noch) nicht so. Laut Internationaler Energieagentur IEA liegt die Verbreitung von Klimaanlagen in Europa erst bei rund 20 Prozent. In den USA und Japan besitzen dagegen mehr als 90 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage. Dieser Abstand ist gewaltig. Er zeigt, wie gross der Nachholbedarf wäre, wenn heisse Sommer zur neuen Normalität werden.
Die Schweiz erlebt derzeit vielleicht schon einen Vorgeschmack auf die neue Realität. MeteoSchweiz spricht Ende Juni von einer Hitzewelle historischen Ausmasses mit zahlreichen Rekorden. Die Bundesbehörde schreibt auch, dass Hitzewellen bei fortschreitender Klimaerwärmung grundsätzlich häufiger, länger und intensiver werden.
Die Nachfrage reagiert. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete Ende Juni, dass asiatische Klimagerätehersteller wie Samsung, Midea, LG und Mitsubishi Electric wegen der europäischen Hitzewelle stark steigende Verkäufe verzeichnen. Gemäss dem Reuter-Bericht legten die Online-Verkäufe von Klimaanlagen in Deutschland im Mai um 37 Prozent zu; Lieferungen nach Spanien und Frankreich haben sich mehr als verdoppelt. Die chinesische Firma Midea erklärte gegenüber Reuters, die Hitzewelle in den letzten beiden Maiwochen habe besonders den Absatz der PortaSplit angetrieben (https://www.reuters.com/business/energy/europe-roasts-heat-wave-asias-air-con-makers-grab-some-cool-cash-2026-06-25/).
Kühlung wird zur wirtschaftlichen Infrastruktur
Lange konnte man Klimaanlagen in Europa als Komfortprodukt abtun. Etwas für Hotels, Shoppingcenter oder Ferienwohnungen am Mittelmeer. Doch diese Sicht wird immer weniger haltbar. Hitze ist nicht nur unangenehm. Sie senkt Schlafqualität, Konzentration, Arbeitsleistung und Lernfähigkeit.
Studien zeigen, dass Schlaf bei höheren Temperaturen messbar schlechter wird. Eine Untersuchung bei älteren Menschen fand die beste Schlafeffizienz bei nächtlichen Innentemperaturen zwischen rund 20 und 25 Grad. Steigt die Temperatur von 25 auf 30 Grad, sinkt die Schlafeffizienz um klinisch relevante 5 bis 10 Prozent (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0048969723042468).
Auch bei der Arbeit gibt es einen messbaren Effekt. Eine oft zitierte Auswertung von Seppänen und Kollegen zeigt: Die Leistung in Büros steigt bis etwa 21 bis 22 Grad, beginnt oberhalb von 23 bis 24 Grad zu fallen und nimmt zwischen 25 und 32 Grad um rund 2 Prozent pro zusätzlichem Grad ab (https://escholarship.org/uc/item/9bw3n707).
Besonders eindrücklich ist der Befund bei Schulen. Eine US-Studie kommt zum Schluss, dass ein um 1 Grad Fahrenheit heisseres Schuljahr den Lernfortschritt in Schulbezirken ohne Klimaanlagen um rund 1 Prozent reduziert. Klimaanlagen können diesen Verlust fast vollständig ausgleichen (https://www.aeaweb.org/articles?id=10.1257/pol.20180612).
Das verstärkt die Börsenthese. Klimaanlagen sind nicht mehr nur ein Konsumprodukt für heisse Tage. Sie werden Teil der wirtschaftlichen Infrastruktur, die Menschen leistungsfähig hält: Wer schlafen, arbeiten, lernen und produktiv bleiben will, könnte künftig in immer mehr Regionen Europas verlässliche Kühlung brauchen.
Der zweite Treiber: KI-Rechenzentren
Dazu kommt ein zweiter, völlig anderer Kühlungsboom: Rechenzentren. Künstliche Intelligenz braucht enorme Rechenleistung. Rechenleistung braucht Strom. Strom wird fast vollständig zu Wärme. Und diese Wärme muss aus den Serverhallen heraus, damit sie weiter funktioneren.
Die US-Marktforschungsfirma Gartner erwartet, dass der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren 2026 um 26 Prozent auf 565 Terawattstunden steigt. Der Anteil von KI-optimierten Servern am Stromverbrauch der Rechenzentren soll 2026 bei 31 Prozent liegen; 2027 dürfte deren Stromverbrauch jenen konventioneller Server übersteigen. Besonders wichtig: Gartner rechnet auch bei «Cooling and other infrastructure» mit einem Anstieg um 22,6 Prozent im Jahr 2026 (https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2026-06-10-gartner-says-data-center-electricity-demand-to)
Auch die IEA sieht den Trend: In ihrem Basisszenario soll sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden verdoppeln. Europa bleibt neben den USA und China eine der wichtigsten Regionen; die IEA erwartet für Europa bis 2030 einen Anstieg der Rechenzentrums-Stromnachfrage um mehr als 45 Terawattstunden oder rund 70 Prozent (https://www.iea.org/reports/energy-and-ai/energy-demand-from-ai).
Nicht jede Kühlung ist gleich
Der Klimaanlagenboom in Wohnungen ist eine Volumenstory. Die Kühlung von Rechenzentren ist eine Technologiestory. Dort geht es nicht um ein Gerät im Wohnzimmer, sondern um Präzisionskühlung, Flüssigkühlung, Wärmetauscher, Stromverteilung, Software, Wartung und Systemintegration. Die Eintrittsbarrieren sind viel höher.
Bei einfachen mobilen Geräten und günstigen Splitanlagen sind die Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten eher tief. Viele Hersteller können solche Geräte bauen. Der Wettbewerb über Preis, Verfügbarkeit und Vertrieb ist hart. Wer hier investiert, setzt stark auf Volumen, Skaleneffekte und Markenstärke.
Anders sieht es bei professioneller Gebäudeklimatisierung und Rechenzentren aus. Im Fachjargon heisst das HVAC: Heating, Ventilation and Air Conditioning – also Heizen, Lüften und Kühlen. Bei grossen Gebäuden und Rechenzentren zählen Energieeffizienz, Geräuschpegel, Kältemittel-Know-how, Installateurnetz, Ersatzteile, Software, Service und Zuverlässigkeit. Dort entstehen bessere Margen und stärkere Burggräben.
Die Anlagethese lautet deshalb nicht: «Europa kauft Klimaanlagen.» Sie lautet: Europa muss effizient kühlen – Menschen und Maschinen.
Die wichtigsten Aktien
Daikin Industries aus Japan ist der klarste klassische Klimatisierungswert. Der Konzern aus Osaka ist einer der weltweit wichtigsten Anbieter von Klima-, Heizungs-, Lüftungs- und Kältetechnik. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Daikin einen Umsatz von rund 5 Billionen Yen, also etwa 25 Milliarden Franken. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei rund 25. Seit Ende Mai ist die Aktie gestiegen und liegt nahe am 52-Wochen-Hoch.
Einordnung: Daikin profitiert direkt, wenn Europa mehr Wohnungen, Büros und Gewerbebauten kühlt. Rechenzentren sind für Daikin relevant, aber nicht die sauberste KI-Kühlungswette. Die Aktie ist kein Schnäppchen mehr. Sie passt, wenn man an einen mehrjährigen europäischen Nachrüstzyklus glaubt.
Midea Group aus China ist der spannendste Volumenwert. Der Konzern aus Guangdong ist einer der grössten Haushaltsgerätehersteller der Welt und mit der PortaSplit genau dort stark, wo Europa ein praktisches Problem hat: Viele Menschen wollen kühlen, können oder dürfen aber keine fest installierte Anlage einbauen. 2025 erzielte Midea 459 Milliarden Renminbi Umsatz, rund 55 Milliarden Franken; der Auslandumsatz lag bei 196 Milliarden Renminbi, rund 23 Milliarden Franken. Die H-Aktie in Hongkong handelt mit einem KGV von rund 13.
Einordnung: Midea ist günstiger bewertet als viele westliche Klimaaktien. Das passt zur höheren Unsicherheit: China-Risiken, Währungsrisiken, geopolitische Risiken und harter Preiswettbewerb. Für Rechenzentren ist Midea nicht der Kernname. Für europäische Wohnungen und bezahlbare Geräte ist Midea aber sehr relevant.
Carrier Global ist ein US-Konzern aus Florida. Carrier ist stark auf Klima- und Energielösungen für Gebäude ausgerichtet. 2025 erzielte Carrier rund 22 Milliarden Dollar Umsatz, also rund 18 Milliarden Franken. Davon entfielen rund 5 Milliarden Dollar auf den europäischen Absatzmarkt.
Bei Carrier ist die Bewertung auf den ersten Blick hoch: Das KGV liegt bei rund 45. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Markt riesiges Wachstum erwartet. Ein Teil des hohen KGV erklärt sich dadurch, dass der Gewinn der letzten zwölf Monate durch schwächere Wohnbaumärkte und Sondereffekte gedrückt wurde. Auf Basis erwarteter bereinigter Gewinne liegt das Bewertungsbild tiefer; Carrier selbst stellte für 2026 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von etwa 2.80 Dollar in Aussicht, woraus sich ein erwartetes KGV von 25 berechnen lässt.
Einordnung: Carrier ist doppelt interessant: Gebäude-Klimatisierung und Rechenzentren. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Aufträge im globalen Commercial-HVAC-Geschäft um 35 Prozent; die Rechenzentrumsaufträge legten um mehr als 500 Prozent zu. Gleichzeitig schätzte britische Bank Barclays gemäss Reuters, dass Rechenzentren erst rund 5 Prozent von Carriers Umsatz ausmachen. Das ist wichtig: Data Centers sind ein starker Wachstumstreiber, aber noch nicht das ganze Unternehmen.
Trane Technologies ist rechtlich in Irland domiziliert und an der New York Stock Exchange kotiert. Operativ ist Trane ein globaler Gebäudeklimatisierer, stark in grossen Gebäuden, Industrie, Hotels, Spitälern und Rechenzentren. 2025 erzielte Trane 21 Milliarden Dollar Umsatz, rund 17 Milliarden Franken. Der Auftragsbestand erreichte Ende 2025 fast acht Milliarden Dollar, also rund 6 Milliarden Franken; die organischen Buchungen legten um 11 Prozent zu, angeführt vom Americas Commercial HVAC-Geschäft.
Das KGV liegt bei rund 37. Die Aktie ist also nicht billig. Reuters berichtete im Januar, dass Barclays den Anteil von Rechenzentren am Trane-Umsatz auf rund 10 Prozent schätzt. Genau das macht Trane interessant: Data Centers sind gross genug, um für die Aktie relevant zu sein, aber Trane bleibt breiter aufgestellt.
Einordnung: Trane ist wahrscheinlich einer der besten Werte, wenn man professionelle Kühlung statt einfache Haushaltsgeräte spielen will. Die Bewertung setzt aber bereits viel Qualität voraus. Anleger kaufen hier nicht die unentdeckte Story, sondern ein starkes Unternehmen mit hohen Erwartungen.
Vertiv aus den USA ist der sauberste Rechenzentrumswert in dieser Gruppe. Das Unternehmen verkauft keine Klimaanlagen für Wohnungen, sondern kritische Infrastruktur für Rechenzentren: Stromversorgung, Wärmemanagement, Flüssigkühlung, Racks, Service und Software. 2025 erzielte Vertiv 10 Milliarden Dollar Umsatz, also rund 8 Milliarden Franken; der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 15 Milliarden Dollar, rund 12 Milliarden Franken.
Vertiv schreibt im Geschäftsbericht, die Beschleunigung von KI stelle neue Anforderungen an Stromversorgung, Wärmemanagement, Geschwindigkeit beim Ausbau und Zuverlässigkeit. Im Juni 2026 übernahm Vertiv zudem ThermoKey, um das Wärmemanagement für KI-Fabriken und Hochleistungsrechenzentren vor allem in Europa, dem Nahen Osten und Afrika auszubauen.
Einordnung: Vertiv ist die direkte KI-Kühlungswette. Genau deshalb ist die Aktie teuer: Das KGV liegt je nach Datenquelle bei rund 70 bis 80. Wer Vertiv kauft, setzt nicht auf einen heissen Sommer in Europa, sondern auf jahrelange Investitionen in KI-Rechenzentren. Das kann sehr attraktiv sein – aber es ist auch die Aktie mit der grössten Enttäuschungsgefahr, wenn KI-Investitionen langsamer wachsen oder neue Chipgenerationen weniger klassische Kühlung brauchen. Nvidia-Chef Jensen Huang sagte Anfang 2026, gewisse kommende Systeme könnten ohne Wasserkühler auskommen; danach fielen mehrere Kühlungsaktien. Reuters wies zugleich darauf hin, dass Vertiv wegen seiner Position bei Präzisions- und Flüssigkühlung profitieren könnte.
Beijer Ref aus Malmö in Schweden ist ein Distributionswert. Das Unternehmen beliefert Installateure und Händler mit Produkten für Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik. 2025 erzielte Beijer Ref 37,1 Milliarden schwedische Kronen Umsatz, rund 3,1 Milliarden Franken. Rund 52 Prozent des Umsatzes entfielen auf HVAC, also Heizen, Lüften und Klimatisierung.
Einordnung: Beijer Ref ist keine KI-Story. Aber wenn der europäische Markt über Installateure, Ersatzteile, Kältemittel, Service und Nachrüstung wächst, kann ein starker Distributor profitieren. Das ist weniger spektakulär als Vertiv, aber näher am europäischen Alltag.
Last but not least: Belimo aus Hinwil im Kanton Zürich ist der beste Schweizer Titel in dieser Anlagethes. Belimo verkauft keine Klimaanlagen, sondern Antriebe, Ventile und Sensoren für Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme. Genau solche Komponenten braucht es, wenn Gebäude effizient gesteuert werden sollen. 2025 erzielte Belimo 1,1 Milliarden Franken Umsatz, 233 Millionen Franken Betriebsgewinn, und eine Betriebsgewinnmarge von 20,8 Prozent.
Das KGV liegt bei rund 60. Das ist hoch. Aber Belimo hat genau die Qualität, die man in dieser These sucht: Effizienz, Steuerung, Präzision und Gebäudetechnik.
Einordnung: Belimo ist keine Rechenzentrumswette und kein Massenanbieter von Klimageräten. Es ist ein hochwertiger Profiteur davon, dass Gebäude intelligenter, effizienter und besser regelbar werden müssen. Für Schweizer Anleger ist es der sauberste heimische Baustein.
Ein möglicher Aktienkorb
Wer die These spielen will, sollte sie nicht mit nur einem Titel umsetzen. Die Kühlungsstory hat drei Ebenen.
Die erste Ebene ist Wohnungen und kleine Gewerbeobjekte. Dafür stehen Daikin und Midea. Die zweite Ebene ist professionelle Gebäudeklimatisierung. Dafür stehen Carrier und Trane. Die dritte Ebene ist KI-Rechenzentren. Dafür steht vor allem Vertiv, teilweise auch Trane und Carrier. Belimo ergänzt die These als Schweizer Effizienz- und Steuerungswert. Beijer Ref ist der europäische Distributionshebel.
Ein möglicher kleiner Korb könnte so aussehen: 20 Prozent Daikin, 15 Prozent Midea, 15 Prozent Carrier, 20 Prozent Trane, 20 Prozent Vertiv und 10 Prozent Belimo. Beijer Ref wäre eine zusätzliche Beimischung, wenn man den europäischen Installations- und Ersatzteilkanal stärker gewichten will.
Das wäre kein Basisinvestment, sondern ein thematische Wette. Mehr als 5 bis 10 Prozent des Aktienvermögens würde ich dafür nicht einsetzen. Und auch dann nur gestaffelt, weil mehrere Titel bereits teuer sind.
Die Risiken
Erstens: Wetter ist unberechenbar. Ein heisser Sommer verkauft Geräte, ein kühler Sommer bremst die Nachfrage. Zweitens: Bei einfachen Geräten ist der Wettbewerb hart. Drittens: Viele Qualitätsaktien sind bereits teuer. Viertens: Regulierung zu Kältemitteln, Energieeffizienz und Bauvorschriften kann helfen, aber auch bremsen. Fünftens: Der Stromverbrauch ist politisch sensibel. Sechstens: Bei Rechenzentren kann Technologie wechseln. Wenn Flüssigkühlung, neue Chiparchitekturen oder neue Rackdesigns bisherige Kühlkonzepte verdrängen, profitieren nicht zwingend alle heutigen Gewinner. Siebtens: Bei Midea kommen China- und Währungsrisiken hinzu.
Zum Schluss noch kurz zur Umweltfrage
Natürlich verbrauchen Klimaanlagen Strom. Wenn viele Geräte an heissen Nachmittagen gleichzeitig laufen, steigen Lastspitzen im Stromnetz. Eine Modellstudie zu Deutschland zeigt, wie gross dieser Effekt werden könnte: In einem Hitzewellen-Szenario, in dem die Verbreitung mobiler Klimageräte in Haushalten von 19 auf 35 Prozent steigt, erhöhten neu gekaufte mobile Geräte die Spitzenlast um mehr als 12,9 Gigawatt.
Das ist ein reales Problem. Aber die Antwort kann nicht lauten: keine Kühlung. Hitze ist ein Gesundheitsrisiko. Für ältere Menschen, Kranke, Kinder, Spitäler, Pflegeheime, Schulen und Büros kann Kühlung notwendig werden.
Die richtige Frage lautet deshalb: Wie kühlen wir möglichst effizient? Dazu gehören Beschattung, Isolation, Nachtlüftung, Begrünung, effiziente Geräte, Wärmepumpen mit Kühlfunktion, intelligente Steuerung und Strom aus erneuerbaren Quellen. Die IEA schreibt, dass strengere Effizienzstandards den zusätzlichen Stromverbrauch für Kühlung deutlich bremsen könnten.



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